Generalkapitel
Tägliche Zusammenfassung
1. Woche
13. März / Erster Tag des Generalkapitels
14. März – 2. Tag des Kapitels
15. März - 3. Tag des Kapitels
16. März - 4. Tag des Kapitels
17. März – 5. Tag des Kapitels
18. März – 6. Tag des Kapitels
13. März / Erster Tag des Generalkapitels
Das Generalkapitel 2006 wurde an einem sonnigen Morgen im März nach einer stürmischen Nacht mit Donner und Blitz eröffnet. „Willkommen zu einem unberechenbaren Monat März in den USA“, bemerkte Schwester Joan Puls, die Generaloberin der SSSF geistreich in ihren Eröffnungsworten an die über vierzig Teilnehmerinnen. Ihre Motivationsansprache folgte einem feierlichen Gebet, bei dem die Kapitularinnen die Josefshalle in Milwaukee, Wisconsin, wo das Generalkapitel abgehalten wird, betraten. Sogar der offizielle Namensruf wurde in das Gebet hineinkomponiert, und so traten die Delegierten, sonstige Teilnehmerinnen und auch die Mitarbeiter vor, um im Geiste des Kapitels eine Kerze zu empfangen: „Sei das Gesicht des Evangeliums, verändere das Gesicht der Welt“. 
Der Höhepunkt der Eröffnungsfeier war das Läuten der 116 Jahre alten Messingglocke im Gang direkt neben der Josefshalle. Schwestern der US-Provinz erinnerten sich an Tage, als die Glocke bei Tagesanbruch hunderte von Schwestern weckte und auch besondere Gelegenheiten und Feierlichkeiten ankündete. Eine der Delegierten, Schwester Kate Brenner, dachte zurück: „Es waren die Novizinnen, die früh aufstehen und die Glocke läuten mussten. Das Läuten war so laut, dass es noch mehre Stockwerke darüber nachhallte. Wir haben die Glocke seit den 60. Jahren nicht mehr benutzt. Wenn sie heute läutet, bedeutet es, dass etwas sehr wichtiges stattfindet“.
Mächtiger als der Mitternachtssturm und der Widerhall der historischen Glocke waren die Worte von Schwester Joan Puls, als sie den Rahmen des Generalkapitels bestimmte: die Geschichte des Ordens, die Philosophie der Gründerinnen, sowie zeitnahe Herausforderungen zur sozialen Gerechtigkeit. „Das Programm unserer wunderbar vielfältigen und begabten Gemeinschaft ist heute, im Jahre 2006, nicht vollkommen neu. Wir sind Teil einer lebendigen Kette, eines andauernden und fortschreitenden Austausches, aber mit neuer Dringlichkeit und mit anderen Schattierungen“. Sie unterstrich die Wichtigkeit der Sendung als der Grundlage für dieses Treffen. „Wir beschäftigen uns nicht nur mit uns allein …wie unsere Gründerinnen sind wir gerufen, die Zeichen unserer Zeit zu erkennen. Was wird von uns heute, in 2006, erwartet, in einer Welt, wo Menschenhandel betrieben wird, wo Einwanderer nach Obdach und Sicherheit für ihre Familien suchen, wo Menschen unter der Bedrohung von Selbstmordattentätern, Bandenkriegen und Hunger leben?“
Die Schwestern hatten Zeit, über die von Schwester Joan Puls geschilderten Herausforderungen zu reflektieren und sprachen dann über das, was sie bewegt hatte. „Wir müssen überlegen und zuhören; wir werden zu Bekehrung aufgefordert … um Zeugnis von der Frohbotschaft zu geben und ihr Gesicht zu sein; wir sehnen uns nach einem prophetischen Leben; die Welt ist u
nser Kloster; wir sollen anderen Menschen Hoffnung geben; wir suchen nach Gottes Vision für uns.“
Zu weiteren Höhepunkten des ersten Kapiteltages gehörten Aktivitäten zum gegenseitigen Kennenlernen, eine Einführung zum Gebrauch der Übersetzungsanlage, geschäftliche Angelegenheiten, ein Überblick über die Tagesordnung sowie die Eröffnungsliturgie.
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14. März – 2. Tag des Kapitels
Heute begann der dreitägige Abschnitt des Generalkapitels, der als „Berichterstattung“ bezeichnet wird. Zweck dieser Tage ist es, Informationen über die fünf Provinzen zu sammeln, um die gegenwärtige Realität der Kongregation vor Augen zu halten. Wir dachten nochmals an die Worte der Generaloberin, Schwester Joan Puls … „Wir sind Teil einer lebendigen Kette in der Geschichte der Schulschwestern des hl. Franziskus“. Diese ersten Tage sind die Grundlage für die Erstellung der Richtlinie, die folgen wird. „Wir müssen wissen, wer wir sind, bevor wir entscheiden können, wohin wir gehen wollen“, sagte die Prozessbegleiterin Schwester Bridget Ehlert.
Der zweite Tag des Kapitels begann mit einem Morgengebet in drei Sprachen, das von Schwestern der US-Provinz geleitet wurde. Als die Sonne durch die riesigen Fenster der Josefshalle schien, wurde auch spontan ein Geburtstagslied für Schwester Tresa Abraham Kizhakeparambil aus Nordindien in vier Sprachen gesungen. Das Generalkapitel ist vor allem eine Zeit der ernsten und intensiven Arbeit, jedoch wird auch die Lebensfreude, die jede Schwester durch ihre Gegenwart mit sich bringt, gefeiert.
Am Vormittag wurden die Schwestern von der Prozessbegleiterin, Schwester Pauline McGrath, durch eine Meditation geführt, die ihnen ermöglichte, „eine Reise aus ihrer eigenen Provinz zu den Gedanken, dem Herz und der Seele der Gesamtkongregation“ zu machen. Sie betonte, dass die Kapitularinnen nicht nur ihre eigene Provinz repräsentieren, sondern dass sie als Vertreterinnen und Hüterinnen der Sendung der gesamten Kongregation anwesend sind.
Die Kapitularinnen trafen sich dann in Provinzgruppen, um einige Fragen zu diskutieren, darunter „Welche Gabe bringt Ihre Provinz an die gesamte Gemeinschaft mit?“ Dies half den Kapitularinnen, Berichte über die Realität ihrer Provinzen vorzubereiten. Die Berichte wurden am Nachmittag vorgestellt; sie beinhalteten auch Ergänzungen und Klarstellungen bezüglich der Provinzbriefe, welche schon einige Monate vorher von den einzelnen Provinzen geschickt wurden.
Die Schwestern der ULAF-Provinz (Lateinamerika) stellten als erste ihren kreativen Bericht vor. Ohne Worte zu verwenden, gaben sie eine Darstellung über Gewalt,
Missachtung und Ungerechtigkeit in den Ländern ihrer Provinz. Danach ergänzte Schwester Carmen Romero den Provinzbrief. Sie sagte, die Schwestern seien ein „Zeichen der Hoffnung“ für die Menschen, unter denen sie tätig sind, und sie wollten auch ein Zeichen der Hoffnung für die Kongregation sein. Schwester Juana Hernandez fügte hinzu: „In unseren Apostolatsdiensten begleiten wir die Menschen, hören ihnen zu und machen ihnen Mut, und unsere Anwesenheit ist ein Zeichen der Hoffnung für sie“. Schwester Felicia Wolf aus den USA bemerkte, dass sie bewundert, wie die ULAF-Schwestern die verschiedenen Kulturen ihrer Provinz gegenseitig respektieren.
Die Schwestern der US-Provinz konzentrierten sich auf Gewaltlosigkeit und die Förderung von Gerechtigkeit durch die Mission an der Grenze – einer neue Station, die den Einwanderern an der Grenze zwischen Mexiko und USA helfen soll.
Außerdem betonten die US-Schwestern die franziskanischen Werte wie Bewahrung der Schöpfung und sangen ein Friedenslied. Die Ergänzungen zu dem Provinzbrief umfassten folgende Themen: Die Glaubwürdigkeit der Katholischen Kirche in den USA, die durch den Skandal um den sexuellen Missbrauch geschädigt wurde. Zweitens wird das Durchschnittsalter in der US-Provinz immer höher, was neue Herausforderungen, aber auch Erfahrung und Weisheit mit sich bringt. Es wurde auch bemerkt, dass die älteren Schwestern einen Beitrag durch ihr Gebet und ihre Anwesenheit leisten.
Die Schwestern aus Nordindien drückten in ihrem Bericht, der ebenfalls keine Worte enthielt, das Problem des Fundamentalismus aus. Die Ergänzungen zu ihrem Provinzbrief konzentrierten sich auf Fundamentalismus, besonders in Nordindien, sowie auf das Problem der Gewalt. „Als Christen sind wir eine Minderheit, und wir leiden darunter“, sagte eine der nordindischen Schwestern. Wir beten und fragen uns, was unsere Rolle als Schwestern und Pädagoginnen, Sozialarbeiterinnen, usw. ist.“ Die Schwestern berichteten auch über eine bittere Streitigkeit bezüglich einer Liegenschaft.
Weitere Provinzberichte finden am Mittwoch statt.
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15. März – 3. Tag des Kapitels
Draußen war der Morgen frisch und sonnig als Schwester Lisieux Marie Madhavappally von der St. Francis-Provinz in Nordindien das Generalkapitel mit einem warmen Gruß begann. Sie erwähnte den herrlichen Vollmond in der vergangenen Nacht, der die Herrlichkeit Gottes zeigte, und hieß die Kapitularinnen zum dritten Tag des Generalkapitels willkommen.
Die Schwestern der indischen Nordprovinz leiteten die Versammlung im Gebet. Der Tisch war mit farbenfrohen Symbolen und indischen Sprüchen geschmückt. Später, als die Schwestern der Südprovinz ihren kreativen Bericht gaben, zeigten sie einen Klassenraum, in dem die Kinder sich nicht auf ihre Arbeit konzentrieren konnten, weil sie hungrig oder krank waren, oder daheim Probleme hatten. Die Schwestern zeigten in kleinen Skizzen die Probleme in Indien: AIDS, Krebs, Arbeitslosigkeit und psychisch/seelische Krankheit. Die Frage wurde gestellt: worauf kann und soll man sich konzentrieren? Die Skizze endete mit dem Lied: „Was ihr dem Geringsten getan, das habt ihr mir getan“.
Der Provinzbrief von Südindien wurde von Schwester Paulita Chandy ergänzt. Sie sprach über die Vertiefung der franziskanischen Spiritualität, den Schutz der Umwelt, das Gleichgewicht zwischen aktivem und kontemplativem Leben, Stärkung des Gemeinschaftsgeistes durch die Förderung gegenseitige Verständigung. Die Delegierten zeigten Interesse an Berufungen in Indien. Später am Vormittag wurden der Europäischen Provinz ähnliche Fragen gestellt.
Der letzte Bericht war von der Europäischen Provinz. Eine Skizze ohn
e Worte zeigte den Mut und die Vision der Schwestern, trotz der Herausforderung der abnehmenden Berufungen, des Alterns oder von Krankheit, aber die Skizze zeigte deutlich, dass neues Leben in der Europäischen Provinz da ist. Die Schwestern sorgen mit Mitgefühl für die alten Schwestern, haben aber auch neue Apostolate außerhalb der Gemeinschaft – missionarisch, wie in früheren Generationen. Schwester Rita Eble sagte: „Unsere Provinz eröffnete drei neue Apostolate, und wir glauben, dass auch wenn die Schwestern altern, uns dies nicht vom Apostolat nach außen abhalten sollte. Am Ende der Skizze brachten die Schwestern Blumen, die ihren Geist der Hoffnung zeigten, und dass sie den Geist von Mutter Alexa weiter tragen wollten. Schwester Magdalena König sagte: „Der Baum der Gründung wächst weiterhin“.
Die Delegierten wurden eingeladen, der Europäischen Provinz Fragen zu stellen oder ihre Eindrücke zu geben, sich zu äußern über den Mut, ein neues Apostolatsgebiet zu beginnen trotz der großen Zahl der alten Schwestern (Durchschnittsalter 76).
In den Sitzungen am Vormittag sprach man viel von sozialen Wirklichkeiten in Indien und Europa, die sich auch mit dem Thema Berufungen und der Spiritualität der Gründerinnen befassten, sowie dem Schwerpunkt der Globalisierung der SSSF-Apostolate auf der ganzen Welt.
Prozessbegleiterin Schwester Bridget Ehlert fasste zusammen: „Die Provinzberichte haben ein Bild der ganzen Kongregation der Schulschwestern des hl. Franziskus gezeichnet.“ Es war passend, dass der Vormittag mit dem Friedensgebet in der Kapelle des St. Josef-Zentrums abschlossen wurde.
Der Nachmittag widmete sich dem Bericht der Internationalen Leitungsteams mit einer 50-minütigen Power-Point-Präsentation. Die Darstellung von Schwester Joan Puls, Toni Gradisnik, Marietta Hanus und Patricia Baier stellte die Reise mit den Freuden und Herausforderungen einer internationalen Leitung dar. Sie benutzte einen Satz der Heiligen Schrift: „Dient einander in Liebe“ (Gal. 5, 13) um das Ideal der Leitung auszudrücken. (In Kürze werden alle Schwestern der Kongregation eine schriftliche Version dieses Berichtes per Post bekommen.) Der Bericht zeigte Fotografien, Landkarten, Zeitpläne und wurde in einem kreativen Format von Fragen und Antwort geboten.
Nach dem Bericht lobten viele Delegierte den Team für Flexibilität und Unterstützung. Ein Zeugnis folgte dem anderen, als die Schwestern herzlich dankten für die Leitung, die Reisen, Anrufe, E-Mails und den Beistand in Zeiten der Not. Die Schwestern der ULAF-Provinz sagten: „Ihr wart da für uns, und wir danken Euch, dass Ihr Euch nicht eingemischt habt, aber ihr habt hinter uns gestanden und habt uns ermutigt, so dass unsere Leitungsfähigkeit gewachsen ist in schweren Zeiten.“ Die Mitglieder der US-Provinzleitung dankten dem Team für seine Offenheit und Zusammenarbeit bei verschiedenen Projekten. Vertreterinnen der fünf Provinzen bedankten sich bei dem Internationalen
Leitungsteam, und der Bericht wurde formell angenommen.
Der Rest des Nachmittags diente der Mitgliederversammlung und dem Bericht der Generalökonomin, Schwester Catherine M. Ryan, die die finanzielle Realität der Kongregation vorstellte.
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16. März – 4. Tag des Kapitels
Die Vorsitzende des Tages, Schwester Marion Vallachira von der Assisi Provinz in Südindien, hieß die Delegierten am vierten Kapiteltag willkommen. Sie sagte mit einem Lächeln, „Ich hoffe, dass Sie gut geschlafen haben und vom Schnee, der fallen sollte, geträumt haben. Er ist noch nicht gefallen, aber er wird kommen.“ In der Mitte vom Vormittag erfreute fallender Schnee die Schwestern, die aus Indien und Lateinamerika zu Besuch sind. Die Schwestern der ULAF Provinz leiteten das Morgengebet mit dem Thema: „Seid das Gesicht des Evangeliums: ändert das Gesicht der Welt“.
„Feiern gehören zu unserem Leben“, sagte Schwester Marion und lud die Delegierten ein, „Happy Birthday“ für Schwester Lissa Thomas aus Südindien zu singen. Der geschäftliche Teil des Vormittags fing an mit dem Bericht des Finanzausschusses, den Schwester Judeen Schulte und Mary Ann Mankowski vorlegten. Sie sprachen im Namen des Ausschusses, das sich aus fünf Schwestern zusammensetzt, die mehrere Provinzen vertreten. Der Ausschuss hat eine zweifache Aufgabe: den Haushaltsplan des Generalats, der zweimal jährlich fällig ist, zu genehmigen und die Rechnungsprüfung des Generalats anzunehmen. Die Präsentation erklärte die Verantwortungen des Ausschusses, gaben einen Überblick über die Aktivitäten des Ausschusses seit dem Generalkapitel im Jahre 2000 bis heute und legten der Internationalen Generalleitung Empfehlungen Team vor. Der Bericht unterstrich, dass die Apostolate und die Sendung der Schulschwestern des hl. Franziskus im Rahmen der sozialpolitischen Wirklichkeiten, in der sie dienen, ausgeführt werden. Viele dieser Realitäten wurden in den am Dienstag und Mittwoch vorgeführten Darstellung gezeigt.
Der Leitungsausschuss des Generalkapitels wurde von der Vorsitzenden des Ausschusses, Schwester Deborah Fumagalli, mit Beiträgen von anderen Mitgliedern – Vertreterinnen ihrer Provinzen – vorgetragen. Es folgte eine lebhafte Diskussion mit Bezugnahme zu „Antwort im Glauben“, als Fragen über die Rolle des Ausschusses klargestellt werden mussten. Die Prozessbegleiterinnen erklärten, dass es das Ziel des heutigen Tages war, dass die Empfehlungen des Ausschusses verstanden würden, und dass die Diskussionen zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt würden.
Schwester Erna Maria, die Vorsitzende des Organisationskomitees für das Generalkapitel, gab den ersten Bericht nach dem Mittagessen. Sie erklärte, wie wichtig es sei, die Internationalität der
Kongregation zu betonen, und bei der Planung eines Generalkapitels mit Schwestern aus anderen Kulturen feinfühlig zu sein. „Wir versuchten, einfühlsam zu sein für die verschiedenen Realitäten und Arbeitsstile, und es glückte uns, verschiedene Ideen, Diskussionen und Meinungen in einer Atmosphäre der Offenheit beizutragen“. Das Organisationskomitee traf sich mehrere Male in den letzten 2,5 Jahren, um Bestandteile des Generalkapitels zu koordinieren. „Wie viel Arbeit hinter jedem geschriebenen Wort des Berichtes steckt können nur die wissen, die zum Ausschuss gehören“, sagte Schwester Erna Maria. Die Delegierten äußerten ihre Anerkennung für den Ausschuss, der so viele Einzelheiten in der Vorbereitung des Generalkapitels zu überwachen hatte.
Schwester Corrine Dais berichtete von der Arbeit des Internationalen Benennungsausschusses. Der Ausschuss, dem sie vorstand, hat sich mit den Einzelheiten des Benennungsverfahrens beschäftigt sowie mit den schriftlichen Mitteilungen, die nötig waren. Jedes Mitglied des Aussch
uss führte einen Reflektionsprozess in der eigenen Provinz durch.
In der Mitte des Nachmittags, als leichter Schnee außerhalb des Sankt Josefzentrums fiel, wurde die Liste der Nominierten vorgestellt. Die Liste bleibt offen, bis sie offiziell von den Delegierten geschlossen wird.
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17. März – 5. Tag des Kapitels
Die Schwestern der Assisi-Provinz aus Südindien waren verantwortlich für das heutige Morgengebet. Schwester Paulita rief eine Schwester aus jeder Provinz auf, eine Kerze zum Tisch zu bringen, der mit einer indische Decke, einem Bild mit dem Gesicht Jesu, einer großen Kokosnuss Schote und einer Vase mit elfenbeinfarbenen Kokosnussblüten, die in Süd Indien wachsen, geschmückt war. In Indien sind diese Blüten ein Symbol der Hoffnung, der Heilung, und des Reichtums. Sie sagte: „Wir alle sind berufen, das Licht der Welt zu sein.“ Die Schwestern zeigten uns dann eine eindrucksvolle ernüchternde Power-Point-Präsentation mit Bildern, die einen „Einblick in die heutigen Krisen“ gaben. Überwältigende Bilder mit Beispielen von Armut, Kinderarbeit, Arbeitslosigkeit, Epidemien, AIDS, Terrorismus, sexueller Belästigung, Abtreibung, Drogenabhängigkeit, Naturkatastrophen, Schwangerschaft von Minderjährigen und andere soziale Übel wurden gezeigt. Schwester Paulita, erklärte: „Diese Gesichter beunruhigen uns und rufen uns auf, das Gesicht des Evangeliums für und mit ihnen zu sein“.
Eine der beiden Prozessbegleiterinnen, Schwester Bridget Ehlert, den Schwestern aus Südindien für das bewegende Gebet und erinnerte daran, dass dies der Grund war, warum wir zusammenkamen.
Die andere Prozessbegleiterin, Schwester Pauline McGrath, die aus Irland kommt, machte in Gälisch auf das Fest des hl. Patrick aufmerksam und sagte, dass es auch der Namenstag für ein Mitglied der internationalen Team war, nämlich für Schwester Patricia Baier. Vertreter der einzelnen Provinzen hatten Spaß daran, Schwester Patricia mit lustigen grünen Sachen für den heutigen Festtag bunt auszuschmücken. Schwester Pauline teilte auch Pralinen aus Irland mit der Gruppe.
Heute war der erste von siebeneinhalb Tagen, die der Erstellung der Richtlinie gewidmet sind. Schwester Bridget erinnerte die Delegierten daran, dass dafür die meiste Energie des Generalkapitels gebraucht wird. „Die Arbeit der vorhergehenden Tage diente der Sammlung von Informationen, um die Richtlinie für die Zukunft zu entdecken“. Sie umschrieb den Prozess für die nächsten Wochen und sagte, dass der heute nur der Anfang der Diskussionen gewesen sei. Der größte Teil des Morgens diente der persönlichen Reflektion, dem Gebet und der Stille, um alles zu verarbeiten, was bis jetzt gezeigt wurde: die Provinzbriefe, die Zusammenfassung der Provinzbriefe mit den fünf entscheidende Fragen und zwei Anträgen, die Aktualisierungen sowie alle Berichte, die in dieser Woche vorgetragen wurden. Die Delegierten wurden eingeladen, sich einen stillen Platz im St. Josef-Zentrum zu suchen, damit sie alles miteinander verbinden könnten. Schwester Pauline sagte: „Atmen Sie alles ein, lassen Sie es zusammenfließen, und schauen Sie zu, was sich zum Vorschein tritt. Das ist, wo der Geist wirkt“.
Der Nachmittag wurde in Gruppenarbeit über die Erstellung der Richtlinie für die Zukunft der Kongregation verbracht. Die Prozessbegleiterinnen wiederholten, dass die Delegierten heute nicht Konsens erreichen müssen, aber schauen sollten, ob ihre Überlegungen, Reflexionen und Meinungen von den Schwestern an ihrem Tisch gehört wurden. Die Schwestern verbrachten heute mehrere Stunden in diesen wichtigen Diskussionskreisen.
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18. März – 6. Tag des Kapitels
Die Schwestern der europäischen Provinz leiteten das Morgengebet. Die kleinen Tischgruppen setzten ihre Besprechungen von gestern fort im Hinblick auf die Erstellung der Richtlinie für die Kongregation. Eine mehrsprachige heilige Messe in der Sankt Josefs Halle war eine besondere Feier heute Vormittag. Am Abend bekamen wir Talente aus jeder Provinz zu sehen, als die Schwestern Geschichten, Lieder, Witze und Tänze aus geographischen Regionen der Welt vorführten. Dieser Austausch war im Herz-Jesu-Zentrum.
Als man uns bat, auf die Ereignisse der vergangenen Woche zurückzuschauen und darüber zu reflektieren, sagte Schwester Elsa Paul Chiriyankandath aus der St. Francis-Provinz in Nordindien: „Bei mir ist es gut gegangen diese Woche. Es scheint, dass sich jede schon ans Hiersein und die neue Situation gewöhnt hat, und wir haben jeden Tag miteinander zu tun“. Die Schwester sagte, dass sie über das Ausmaß der sozialen Probleme in jeder Provinz überrascht ist.
Schwester Phyllis Wirtz aus der US-Provinz (Milwaukee, Wisconsin) war sehr angetan von dem Gefühl in allen Provinzen, dass wir Schulschwestern des heiligen Franziskus sind: „Das ist unsere Identität und wir arbeiten alle in unserem Apostolat, das Gesicht des Evangeliums zu sein in all unseren verschiedenen Realitäten“, bemerkte sie.
Schwester Maureen McCarthy, ein Mitglied der US-Provinzleitung, tauschte mit uns ihre Gedanken über die vergangene Woche aus: „Ich habe schon öfter als Dolmetscherin bei Generalkapiteln gearbeitet und habe aus dieser Perspektive die Ereignisse erlebt. Jetzt bin ich als Delegierte hier. Vieles für unsere Kongregation hängt davon ab, wie wir unsere Realitäten unter den Provinzen und Kulturen, unsere Sorgen, Träume und Herausforderungen austauschen, um einen neuen Weg in die Zukunft zu bahnen“. Sie wies auf die Arbeit hin, die noch bewältigt werden müsse, und sie betonte, dass wir dem Heiligen Geist vertrauen müssen, der über dem Generalkapitel schwebt. „... Er bewegt die Gewässer, die uns bis jetzt erhalten und getragen haben“.
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2. Woche